„der Untergang des Allacher Sommerbades“ von Inga Jespersen

Abschied nehmen

Als ich noch klein war, waren meine großen Geschwister im Sommer oft mit mir im nahe gelegenen Freibad. Der Eintritt war günstig und bei gelegentlichen Sommergewittern waren wir auch schnell wieder zuhause. Man fand auf der großen Liegewiese immer ein schönes Plätzchen zum sonnen und wenn man lust auf Bewegung hatte konnte man sich an den Beachvolleyball-Plätzen austoben. Danach gab es dann ein Eis oder andere Süßigkeiten an einem kleinen Kiosk neben dem Eingang. Doch am Ende des Sommers 2008 war es dann zu Ende. Das Schwimmbad hätte für 4 Mio. € saniert werden müssen und die Stadt hätte das Geld nicht oder hielt es nicht für nötig, weil sich das Bad seid 2003 im Privat Besitz der Bürgervereinigung Allach-Untermenzing befand. Denn im Jahre 2002 wollten die Stadtwerke München (SWM) das Bad schließen, aber die Bürgervereinigung setzte sich dafür ein das es noch eine weitere Saison gab und danach wurde das Bad von den Bürgern weitergeleitet. Die Stadt griff ihnen natürlich noch Finanziell unter die Arme, dennoch war 2008 nix mehr zu retten. Nun kam nur noch die Badewanne oder der See in Frage. Aber der See war um einiges weiter weg und man musste über eine Autobahnbrücke fahren, die an heißen Tagen, schwitzend auf dem Fahrrad unüberwindbar schien. Im Freibad sah man immer den hellblau glitzernden Boden unter sich, der Sicherheit versprach, ganz im Gegensatz zu dem steinigen, algigen und Tief dunkelgrünen Grund des Sees. Heute finde ich den See natürlich schöner und bei gutem Wetter treffe ich mich dort gerne mit meinen Freunden, egal ob zum Grillen oder einfach zum chillen und sonnen.