„Würmgestalt“ von Tamina Dietl Q11 16 Jahre

Tamina Dietl „Würm in Gestalt“
nach Rudolph, Ernst: „Die Geschichte eines  Stadtteils“.

Die grün schimmernde Ader von Menzing / Der grün schimmernde Zuhörer von
Menzing.
Quer durch Untermenzing und ihre Schwester-Stadtteile Pasing, Obermenzing
und Allach fließt die Würm, die im Starnberger See entspringt und in die Amper
und die Isar mündet. Der Fluss schimmert grünlich, ist trotz Zähmung ziemlich
wild und ungestüm und bietet an heißen Sommertagen eine willkommene
Erfrischung. Man kann sich entweder im kühlen Wasser gerade ausstrecken und
von der Strömung meterweit davontragen lassen oder während man am Ufer sitzt
nur die Füße von den Wellen streicheln lassen. Verwunschene Brücken wie die
eingewachsene Brücke hinter St. Martin bieten einen romantischen Blick auf den
Fluss, in den die angrenzenden Bäume ihre Äste schleifen lassen. Eichhörnchen
und Vögel hüpfen in den Zweigen umher und bereichern die Eindrücke mit
fröhlichen Melodien und Pfeiftönen. Bei vertrauten Gesprächen unter vier Augen
ist sie ein leise flüsternder Zuhörer, der die Geschichten und Geheimnisse weiter
flussabwärts transportiert, aber dennoch immer für sich behält. Somit ist die
Würm ein stiller Zeitzeuge, der schon die Erlebnisse der ersten Siedler von Allach
und Untermenzing mitbekam und diese zudem mit Wasser versorgte. Diese
nutzten den nassen Schatz des Flusses vielseitig, zum Beispiel zum Tränken ihrer Tiere. Aber der größte Vorteil des Flusses war sein Reichtum an Fischen, die jahrhundertelang die Lebensgrundlage der Siedler darstellten. Doch als im 18.
Jahrhundert der Nymphenburg-Biedersteiner Kanal erbaut wurde, sank die Anzahl der Fische enorm, da der Würm ein großer Teil des Wassers entzogen wurde. Seit einigen Jahren vergrößert sich die Vielfalt an Fischen jedoch wieder. Doch nicht nur schuppigen Gesellen bietet die Würm ein Zuhause. Auch Gäste mit Federn, buschigen Schwänzen oder einem dicken Fell sind willkommen. Die meisten Bewohner der Würm sind oft und gerne gesehen, doch andere wie der Biber sind nahezu unsichtbar und hinterlassen nur vielsagende Spuren an den Bäumen. Zum Schutz wertvoller Bäume wurden deshalb Drahthosen an einigen Pflanzen angebracht, um zu verhindern, dass diese abgenagt werden. Doch kaum ein Spaziergänger hat jemals einen Blick auf die lustigen Tiere erhascht, geschweige denn sie faul in der Sonne liegen gesehen oder beim Spielen im Wasser beobachtet. Aber wer weiß, vielleicht entdeckst du mal einen Biber während einem Spaziergang!

„Zeit auf der Pyramidenspitze“ von Anastasia Born

Grundschule

Pro Schuljahr bietet die Grundschule an der Eversbuschstraße über 360 Schülern Platz zum Lernen, kreativen Fähigkeiten auszuleben, tolle Ausflüge und ein
großes Angebot an künstlerischen sowie auch sportlichen Aktivitäten an. Aber um
ehrlich zu sein hat das kein Kind wirklich interessiert welche Schule nun was
anbietet und warum die Eltern genau diese Schule ausgewählt haben. Das
wichtigste waren die Freunde mit denen man zusammen in eine Klasse
gekommen ist. An meinen ersten Schultag kann ich mich noch gut erinnern.
Nach dem ganzen Willkommenskram ging es mit den neuen Mitschülern und Eltern in den Klassenraum wo dann in Zukunft gepaukt wurde. Der Raum war überfüllt da natürlich jedes Elternteil die Einschulung des eigenen Kindes nicht verpassen wollte. Als dann die Eltern nach Hause geschickt wurden haben wir uns vorgestellt und duften gleich Sitzplätze suchen. Ich habe mich neben ein Mädchen gesetzt, dass ich noch aus dem Kindergarten kannte. Das Beste an diesem ersten Schultag war der Rundgang auf dem Schulgelände.
Gemeinsam mit unserer Lehrerin haben wir uns den Sportplatz, die Bolzwiese, den Spielplatz und die Pyramide angeschaut. Schon als Kinder fanden wir die Pyramide super. Die fünf-stufige Pyramide aus Ziegelstein wurde von dem Künstler Norbert Prangenberg gestaltet. Das Kunstwerk trägt den Namen „Figur“ und steht mitten im Pausenhof der Grundschule. Eine Pyramide mit 16 farbig glasierten Terrakottaplastiken drauf. Also vereinfacht, unterschiedlichste Figuren in allen Formen, Mustern und Farben. Der Künstler wollte für die Kinder einen Ort gestalten an dem sie Erinnerungen sammeln können, Inspirationen finden können oder einfach sich in der Pause mit Freunden hinsetzen zu können. Das außergewöhnliche Kunstprojekt sollte nicht nur bei Kindern Neugier wecken, sondern auch Erwachsene zum Staunen bringen. Für alle ist das einmalige Kunstwerk der Grundschule ein wichtiger Teil von Allach-Untermenzing. Viele Jahrgänge der Grundschule sollten die Pyramide abmalen wodurch einmalige kleinen Kunstwerke entstanden. Ich schätze das ist das was der Künstler vor allem bei jungen Kindern erreichen wollte, sich künstlerisch zu engagieren und spaß an kreativen Aktivitäten zu bekommen. Die Pyramide ist für viel Schüler eine Inspiration was sich auf das Schulgebäude und das Schulleben auswirkt. Wir wurden viel in der kreativen und künstlerischen Richtung gefördert. Das Schulgebäude wurde von bunten Bildern und Kunstwerken behängt und der Unterricht wurde lebhaft und spannend gestaltet. Ich bin froh dort zur Schule gehen zu dürfen und so viele Erfahrungen mitnehmen zu können was leider nicht jedem Kind möglich ist. Die Pyramide ist eine gute Idee Kindern zu zeigen ihre kreative Fähigkeiten auszuleben, das nichts perfekt ist und das genauso gut und einmalig ist wie es ist.

„der Untergang des Allacher Sommerbades“ von Inga Jespersen

Abschied nehmen

Als ich noch klein war, waren meine großen Geschwister im Sommer oft mit mir im nahe gelegenen Freibad. Der Eintritt war günstig und bei gelegentlichen Sommergewittern waren wir auch schnell wieder zuhause. Man fand auf der großen Liegewiese immer ein schönes Plätzchen zum sonnen und wenn man lust auf Bewegung hatte konnte man sich an den Beachvolleyball-Plätzen austoben. Danach gab es dann ein Eis oder andere Süßigkeiten an einem kleinen Kiosk neben dem Eingang. Doch am Ende des Sommers 2008 war es dann zu Ende. Das Schwimmbad hätte für 4 Mio. € saniert werden müssen und die Stadt hätte das Geld nicht oder hielt es nicht für nötig, weil sich das Bad seid 2003 im Privat Besitz der Bürgervereinigung Allach-Untermenzing befand. Denn im Jahre 2002 wollten die Stadtwerke München (SWM) das Bad schließen, aber die Bürgervereinigung setzte sich dafür ein das es noch eine weitere Saison gab und danach wurde das Bad von den Bürgern weitergeleitet. Die Stadt griff ihnen natürlich noch Finanziell unter die Arme, dennoch war 2008 nix mehr zu retten. Nun kam nur noch die Badewanne oder der See in Frage. Aber der See war um einiges weiter weg und man musste über eine Autobahnbrücke fahren, die an heißen Tagen, schwitzend auf dem Fahrrad unüberwindbar schien. Im Freibad sah man immer den hellblau glitzernden Boden unter sich, der Sicherheit versprach, ganz im Gegensatz zu dem steinigen, algigen und Tief dunkelgrünen Grund des Sees. Heute finde ich den See natürlich schöner und bei gutem Wetter treffe ich mich dort gerne mit meinen Freunden, egal ob zum Grillen oder einfach zum chillen und sonnen.